WordPress – MultiSite und MultiLingual

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, eine mehrsprachige Website zu erreichen mit WordPress:

  • Durch Aktivierung des im WordPress selbst vorhandenen Features „MultiSite“, wobei die eine Instanz von WordPress, Theme und Plugins von allen Kind-Websites mitbenutzt wird. Hierzu macht es Sinn, ein Plugin dazuzunehmen, das auf die Verwaltung der MultiSites als Sprachvarianten spezialisiert ist. Zu empfehlen wenn es kostenlos sein soll, oder wenn der Aufbau der Websites stärker variieren sollen (um z.B. verschiedene Mentalitäten optimal anzusprechen).
  • Durch Verwendung einer normalen Instanz von WordPress und dazu ein Plugin, dass innerhalb dieser Instanz die Sprachvarianten realisiert. Der Platzhirsch-Plugin hierfür heißt WPML und ist lizenzpflichtig (bzw. umsonst für karitative Organisationen). Man könnte meinen, dass es einfacher wäre dieses Plugin zu nehmen, wenn die Seiten und Menüs der verschiedenen Sprachvarianten i.W. 1:1 gehen werden. Meine praktischen Erfahrungen damit waren jedoch ernüchternd: WPML ist als mehrere Plugins (Basis + Features) realisiert, das Basis-Plugin funktioniert soweit OK; „String Translation“ fand ich verwirrend (aber benötigt für das „Multilingual Text“ Widget); „Translation Management“ hat (zusammen mit dem Stockholm Theme) zum fatalen PHP-Fehler geführt und musste entfernt werden. Theme und Plugin-Übersetzungen habe ich schließlich an WPML vorbei mit dem vertrauten, stabilen „Loco Translate“ erledigt.

Rückblickend sehe ich die Vorteile beim MultiSite-Verfahren:

  1. Die MultiSite-Technologie gehört (schon länger) zu WordPress selbst, ist also sehr robust und unterliegt nicht den Ungewissheiten von Plugins.
  2. Jede Website kann sehr individuell gestaltet werden, z.B. um andere Mentalitäten besser anzusprechen.
  3. Jede Website erhält eigene DB-Tabellen und Upload-Bereiche. Für den Nachteil der (womöglich, je nachdem wie man selbst arbeitet) mehrfachen Datenhaltung, erhält jede Website eine eigene Sprache *in den WordPress-Einstellungen*, so dass für Themes und Plugins immer die richtigen Sprachdateien (soweit erhältlich) geladen werden, und das Thema der Übersetzung reduziert und vereinfacht sich somit stark.
  4. Mit dem kostenlosen Plugin „Multilingual-Press“ für WP-MultiSite habe ich bis jetzt deutlich bessere Erfahrungen gemacht als mit WPML.
  5. MultiSite bietet elegant und einfach die Wahl zwischen Unterverzeichnissen oder Subdomains für die Sites des Netzwerks. Bei Ersterem wird wie bei WPML und Co. auch nur ein SSL-Zertifikat für alle Websites benötigt.

Im weiter unten verlinkten Dokument wird der MultiSite-Weg in 10 Kapiteln auf 13 Seiten beschrieben:

  1. Basic MultiSite-Install
  2. Was ist nun wo
  3. Als Super Admin Theme und Plugins laden (Beispiele)
  4. Sprachvarianten-Websites
  5. Sprachvarianten-Plugin
  6. Automatische Sprachwahl für Besucher, Adminkennungen
  7. Manuelle Sprachwahl (und Flaggen dafür)
  8. Sitemap.xml und Robots.txt
  9. Nginx Config für Plesk Onyx
  10. Nützliche MultiSite-Plugins

Achtung: Im Netz kursieren diverse Anleitungen bzgl. Nginx-Config für WordPress MultiSite. Sie sind (fast) alle veraltet – selbst die im WordPress-Codex! Inbesondere wird dort ein aufwändiges Verfahren mit der „map“ Direktive beschrieben, die seit WordPress 3.5 nicht mehr benötigt wird. Mehr dazu im Dokument!

Das Dokument (zuletzt upgedatet 2017-10-27) können Sie hier herunterladen:
WordPress-MultiSite-plus-MultiLingual.pdf.

Und hier gibt es die komplette WordPress MultiSite Nginx-Config für Plesk Onyx (ganz ohne Apache).

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