WordPress: MailPoet vs. Newsletter

Es gibt für WordPress diverse Lösungen zum Versand von Newsletter- und Willkommen-E-Mails. Sie fallen in zwei Gattungen:

  1. Die E-Mails werden vom eigenen Webhosting aus gesendet (oder von einem Mailserver deren technischen Zugangsdaten man selber eingibt).
  2. Die E-Mails werden von einem darauf spezialisierten Dienstleister versendet. Am Bekanntesten dürfte hier MailChimp sein.

Da ich sehr große Vorbehalte habe, Kundendaten an Dritte zu übergeben, vergleiche ich in diesem Artikel zwei führende Verteter der „send it yourself“ Gattung. Beide stehen als (zunächst) kostenlose WordPress Plugins zum Installieren bereit.

MailPoet Übersicht

MailPoet Basisversion umsonst, Pro-Version bringt den Versand der Newsletter über deren Server – mit dem Nachteil dass die eigenen Abonennten eben dort verwaltet werden. Die Dienstleistung ist nicht billig wenn es viele Emails wird (da wäre Amazon SES deutlich günstiger, und man gibt dabei die Verwaltung seiner Listen nicht aus der Hand). Man kann mit den E-Mails selbst gut arbeiten (Composer), doch die weiteren Features wie Bounce Handling (3rd Party) können mit dedizierten Systemen wie arpReach nicht mithalten. MailPoet wurde Ende 2019 von Automattic (die Firma des WordPress-Gründers) aufgekauft, was ein langfristiges Bestehen und auch die Kompatibilität mit z.B. WooCommerce sicher stellt.

Dokumentation. WP.org: 100.000+ aktive Installationen, 4,5 Sterne bei ~ 900 Reviews.

The Newsletter Übersicht

Newsletter Basisversion enthält keine Einschränkung der Listengrößen. Die Pro-Version besteht aus eine Anzahl von Aufrüst-Plugins. Einerseits muss dann WordPress-Backend lauter Plugins verwalten und durchlaufen; dafür braucht man nur die Erweiterungen zu installieren, die man wirklich braucht. Die Erweiterungen gibt es in 3 Kategorien: Weitere Features (inkl. Bounce Manager, Erweitertes Import) / Integrationen (z.B. CF7, Woo, Facebook) / Anbindungen zu Auslieferdiensten (inkl. Amazon SES). Italienisches Team.

Blinkende Werbung im Dashboard der Gratisfassung nervt.

Dokumentation. WP.org: 300.000+ aktive Installationen, 4,5 Sterne bei ~ 900 Reviews.

Man muss zunächst das „Extension Manager“ plugin laden um Erweiterungen zu verwalten. Dann muss man sich anmelden beim Hersteller (Konto anlegen) um die Gratis-Erweiterungen installieren zu können. Das sind:

Instasend (NL von Beitrag), Advanced Import, Locked Content, Public Archive, API, WP Users Integration, Sendinblue-Anbindung, Office 365 Header Removal.

Richtungsweisende Feststellungen

  • Wer wenige Abonnenten hat und trotzdem Bounce-Handling gratis will, nimmt MailPoet. MailPoet ist gut für den „gehobenen Hausgebrauch“.
  • Überhaupt: MailPoet gibt alles was er kann umsonst, Newsletter erzwingt praktisch ein Pro-Abo, weil nur darin die guten Features stecken.
  • Dafür enthält Newsletter Antispam-Features für seine Formulare schon in der Gratis-version. Das muss man bei MailPoet anderweitig lösen, z.B. mit WPBruiser oder WP-Cerber.
  • Wer Profi-Features will, nimmt Newsletter – und bezahlt. Nur der Bounce-Handler überzeugt nicht auf Anhieb (Beta, nur POP3).

Feature-Vergleich

Feature MailPoet Newsletter
E-Mail Arten Newsletter, neuer Beitrag, Willkommen, 4 x Woo Newsletter, neuer Beitrag (Instasend free addon). Woo per Pro-Addons.
SMTP-Einstellungen Eigene SMTP-Einstellungen Eigene SMTP-Einstellungen – schwer zu finden, nur im oberen Dropdown „Einstellungen“.
Bounce Handler Gratis (3rd Party) Kann IMAP / POP3 / NNTP Pro-Erweiterung („Beta“) Nachteil: Kann nur POP3
Double Opt-In Ja Ja
Eingebauten AntiBot bei Anmeldeformular Nein Ja
Eingebautes AntiFlood Nein Ja
Eingebautes Captcha Nein Optional
Mehrsprachige Abonennten Nein Ja mit WPML oder Polylang
Custom Fields für Abonennten Nein Ja
WordPress-Seiten Braucht vier Braucht nur eins
Newsletter-Erstellung Drag+Drop composer, Vorlagen, Raw-HTML Drag+Drop composer, Vorlagen, Raw-HTML
WooCommerce-Support Ja, gratis Ja aber nur als Pro-Modul

Vorsicht – langsam loslegen!

Wer von einem Webhosting-Paket aus viele E-Mails laufend versenden will, soll vorher seinen Hostingvertrag prüfen (wenige hundert ist kein Problem). Wer von einem eigenen Server aus „von 0 auf Hundert“ anfängt, eine große Menge an E-Mails zu versenden, wird trotz gültigem DKIM, SPF, SMTP HELO usw. alsbald als Spammer von gmail, t-online und Co. gesperrt werden. Vielmehr muss man (a) erst seine Mailingliste von einem professionellen Dienst prüfen lassen, ob alle Adressen überhaupt existieren und E-Mails empfangen können; und dann (b) über Wochen die gesendete Menge langsam steigern, um so eine gute „Reputation“ als bekannter, sich korrekt verhaltender Versender erwerben. Selbst bei Amazon SES ist dies kein triviales Thema, dort sollte man eine eigene IP Adresse nehmen.

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