Upgrade Plesk 11.5 auf 12.0

Als ich neulich einen neuen VPS mit SSD in Betrieb nahm und als Erstes ein Plesk-Upgrade machen wollte, bemerkte ich dass neben Plesk 11.5 nun auch Plesk 12.0 angeboten wurde. Ist die Zeit schon reif dafür?

Kann man schon ohne Bedenken auf Plesk 12 aufsteigen?

Plesk 12 bietet gegenüber 11.5 eine ganze Reihe neuer und verbesserter Funktionen zur Absicherung des Servers gegen Angriffen/Missbrauch. Diese sind zweifelslos sehr begehrenswert! Aber ist Plesk 12 schon stabil genug?

  • STRATO brüstet sich derzeit der erste große Webhoster zu sein, der Plesk 12 standardmäßig anbietet.
  • HostEurope hingegen schrieb auf meine Anfrage hin „im Moment ist die Version 12 von Plesk auch von Parallels selbst noch nicht als Stabil gekennzeichnet“, und „Zudem kommt es noch bei relativ vielen Updates auf diese Version zu Schwierigkeiten, die manuell behoben werden müssen“.

Da ich die neuen Features geradezu betörend finde, habe ich das Upgrade dennoch dreimal gewagt:

  • Auf einem neu-bestellten Server, als erste Aktion: Völlig problemlos.
  • Auf einem älteren Server mit Ubuntu 10.04: Hier gab es tatsächlich Probleme – viele Meckermeldungen im Upgrade-Protokoll, danach war Plesk nicht erreichbar bis ich das Nginx-Modul nachinstallierte; das Update von Roundcube lief nicht zu Ende; die Plesk-Lizenz war nicht für Plesk 12 gültig. Hier musste ich tatsächlich auf die Hilfe von HostEurope zurückgreifen.
  • Auf einem neueren Server mit Ubuntu 12.04: Hier war das Nginx-Modul ohnehin installiert, und vor dem Upgrade habe ich Roundcube (vorübergehend) deinstalliert: Das Upgrade lief durch, die Lizenz war OK und Plesk erreichbar. Dafür hat das Upgrade die Symlinks zu meinen Nginx-Config-Dateien allesamt entfernt (und tat dies auch noch einmal). Doch das Problem ließ sich gut in den Griff bekommen.

Fazit: Es war holprig, doch ich bereue es keinesfalls, denn mit dieser neuen Version konnte ich meine Server wesentlich sicherer konfigurieren als bislang der Fall war.

Lesen Sie hier nach wenn’s beim Upgrade Probleme geben sollte. Schließlich: Der Plesk-Installer bleibt nach dem Update von Plesk im eigenen Reiter offen – diesen JA NICHT schließen bis alles läuft, denn so können Sie Module hinzufügen/entfernen, auch wenn Plesk selbst nicht erreichbar sein sollte.

Was sich in Plesk 12 bei Nginx und PHP-FPM geändert hat

Nginx

Plesk 11.5: Nginx 1.5.0
Plesk 12.0: Nginx 1.6.0

Config (Bestandteile) des Nginx-Binary ist unverändert!

Nginx Einstieg

/etc/nginx/conf.d/zz010_psa_nginx.conf wird aufgestockt:
OLD:
include /etc/nginx/plesk.conf.d/server.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/vhosts/*.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/forwarding/*.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/webmail.conf;
NEW:
include /etc/nginx/plesk.conf.d/server.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/webmail.conf; # Reihenfolge geändert
include /etc/nginx/plesk.conf.d/vhosts/*.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/forwarding/*.conf;
include /etc/nginx/plesk.conf.d/wildcards/*.conf; # Kommt neu hinzu

/etc/nginx/plesk.conf.d

Hier kommen neue Unterverzeichnisse hinzu:

  • ip_default
    Eine Config-Datei pro IP des Hosts; die „listen“ auf IP Anweisung hat den Zusatz „default_server“, also der Config-Block greift wenn der Zugriff ohne Domainname direkt über die IP stattfindet. Eine sinnvolle Sache. Sonst sind die Anweisungen gleich wie die in einer der Nginx vhost Dateien. Welche Domain IP-Default ist, ist in Plesk einstellbar:
    Server | Tools & Resources | IP Addresses | | Default Site (Dropdown)
  • webmails   (leer)
  • wildcards   (leer)

vhosts .conf Dateien

z.B.

/etc/nginx/plesk.conf.d/vhosts/owncloud.biblische-reisen.de.conf =>
/var/www/vhosts/system/owncloud.biblische-reisen.de/conf/nginx.conf
  error_log "/var/www/vhosts/system/owncloud.biblische-reisen.de/logs/proxy_error_log";	  # TR NEU

Sonst sind die von Plesk erzeugten nginx.conf Dateien gleich wie in 11.5, es wird lediglich das Error-Logging nun geregelt.

PHP-FPM

Scheint i.W. unverändert. Eine Ergänzung bei den Dateien in /etc/php5/fpm/pool.d/.conf:

  ; Uses for log facility
  ; If php_value[error_log] is not defined error output will be send for nginx
  catch_workers_output = yes

Dies scheint mit der bewussten Führung eines eigenen Nginx error logs (s. oben) zusammen zu hängen.

/etc/php5/fpm/pool.d/www.conf ist unverändert.

Das „Not found“ Problem: Unverändert, am (neuen) Server weiterhin nötig:
usermod -aG psacln nginx

MySQL

Konfiguration ist unverändert.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    ich bin auf Ihren Artikel gestoßen, weil ich auf der Suche nach einer Lösung für mein Problem bin. Ich habe ebenfalls Plesk von 11.5 auf 12.0 upgedatet. Beim Öffnen von Roundcube bekam ich folgenden Fehler:
    CONFIGURATION ERROR defaults.inc.php was not found. Please read the INSTALL instructions!

    Auch das neuinstallieren hat mein Problem nicht behoben. Die Seite bleibt nun leer.

    Sie haben vor dem Update Roundcube deinstalliert. Hatte das einen Hintergrund?

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten

  2. Es ist eine Berectigungsproblem:
    ändere bitte das Attribut von /usr/share/psa-roundcube/config/config.inc.php
    von 0640 auf 0644.
    Der Webserver kann sonst die Datei nicht lesen/finden…
    scheint ein Bug zu sein.

    Gruss Frank

    Antworten

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