Thunderbird – IMAP Server für ein bestendes E-Mail-Konto ändern

Scenario: Eine Domain wird zu einem Webhosting-Paket bei einem anderen Provider umgezogen. Die Provider von Webhosting-Paketen haben alle unterschiedlichen URLs für IMAP- und SMTP-Zugang. Letzteres (SMTP) ist nicht kritisch, aber IMAP. Die bange Frage dazu lautet: Muss man das Konto neu anlegen und alle E-Mails wieder herunterladen lassen (bei vielen E-Mails an mehreren Geräten angebunden eine zeitraubende Arbeit) – oder kann man einfach den Server-Namen (und ggf. weitere IMAP-Parameter) im bereits angebundenen Konto in Thunderbird updaten?

Fazit: Es klappt tatsächlich – mit Stolperer. Wo es holpert steht weiter unten.

Wobei eine weitere wichtige Frage vorher geklärt werden muss: Je nach Konfiguration des IMAP-Servers können Unterordner Kinder oder Siblinge des Posteingangs sein; oder beides (was z.B. bei All-Inkl und Ionos [1und1] der Fall ist). Ist der Aufbau des IMAP-Kontos beim alten und neuen Paket erzwungenermaßen unterschiedlich, dann hilft nur noch (nach der gekonnten Übertragung der E-Mails) die Neuanbindung. Ist dies nicht der Fall:

Thunderbird speichert seine Kontodaten (unter Linux jedenfalls) unter {home}/.thunderbird/{key}.default/ImapMail (unter Windows angeblich unter %APPDATA%\Thunderbird\Profiles\). Dort gibt es pro eingerichtetes Konto eine „.msf“ Datei (Mail Summary File) und ein Verzeichnis. Beide haben den gleichen Namen – und zwar der Server-Name (bei mehreren Konten am gleichen Server dann durchnummeriert). Diese Tatsache lässt eben bangen – was ist wenn man den Server-Namen in den Einstellungen ändert – kann Thunderbird damit umgehen? Manche Anleitungen im Web behaupten dies. Aber eher ich einen Kunden mit vielen E-Mails, an mehreren PCs angebunden, per „Prinzip Hoffnung“ seine Kontoeinstellungen so bearbeiten lassen sollte, musste ich die Sache selber ausprobieren.

Alle Konfigurationsdaten eines Benutzers von Thunderbird sind im Profilverzeichnis in der Datei „prefs.js“ gespeichert. Eine schnelle Prüfung der (Vielzahl) an Daten dort, und wie sie mit feiner Granularität eingeteilt sind, lässt die Hoffnung zu, dass Thunderbird tatsächlich mit einer Änderung des Server-Namens zurecht kommen könnte. Es bleibt also nur der Versuch…

Dazu habe ich beim Kunden, dessen Aufgabenstellung bei mir vorlag, ein Test-Konto beim alten und neuen Webhosting-Paket angelegt. Zunächst habe ich das Konto am alten Provider angebunden (PC-User-1) und mit mehreren E-Mails und Unterordner bestückt. Dann am neuen Provider angebunden – unter einem anderen PC-Konto (PC-User-2) – und die gleichen E-Mails und Unterordner dorthin kopiert. Wichtig hier ist, dass das E-Mail Konto am Thunderbird wo das „Unterschieben“ geprüft wird (PC-User-1), bei dem User nur einmal angebunden wird – nicht dass alte Daten irgendwo hängen bleiben! Schließlich dann als PC-User-1 das Unterschieben durch Ändern der E-Mail-Einstellungen ausführen. Daran denken:

  • IMAP und SMTP anzupassen
  • Ggf. Port und Methode anpassen

Und siehe da:

  1. Das Passwort für das E-Mail Konto muss man erneut angeben
  2. Posteingang ist danach leer.
    Dies liegt evtl. daran dass 1und1 „Posteingang“ doppelt hatte – nochmal testen?
  3. Aber auch der Ordner, den ich angelegt hatte, ist nicht mehr da.
  4. Am alten Konto sind die nun fehlenden E-Mails und Ordner noch vorhanden.
  5. Der Name des Verzeichnisses und der .msf Datei auf der Platte bleiben unverändert

Hm, so kann man das nicht gebrauchen.

Vor dem zweiten Test:

  • Duplikat „Posteingang“ konnte nicht in Thunderbird aber per Webmail entfernt werden.
  • IMAP Adressräume eines Ordners vergleichen:
    – imap://timtest%40kunde.de(at)imap.1und1.de/blabla
    – imap://timtest%40kunde.de(at)w01a770b.kasserver.com/blabla
    Sprich der einzige Unterschied ist der Server-Name, könnte klappen
  • Einen Ordner angelegt (am alten und neuen Konto) als KIND vom Posteingang.

Hm, beim zweiten Anlauf ist alles noch da, sehr erfreulich.
Und beim dritten Mal auch.

Auffällig ist nur, dass Thunderbird unmittelbar nach der Umstellung sich mit der Synchronisation schwer tut, der Aktivitätsbalken hängt. Aber nach einem oder zwei Neustarts von Thunderbird gibt sich das auch.

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