Gemeinwohl-Ökonomie

Was ist die Gemeinwohl-Ökonomie?

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein neues Modell für eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit als Ausgangspunkt hat. Sie unterscheidet sich dementsprechend radikal vom Neoliberalen Kapitalismus.

Am ehesten ist sie als Wirtschaftsmodell bekannt, bei dem Unternehmen sich an den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie orientieren und eine jährliche Gemeinwohl-Bilanz erstellen (und veröffentlichen) können.

Das Gedankengut des Urhebers, Christian Felber, geht weit über reine Wirtschaftsmodelle hinaus. Ich empfehle sein Buch Gemeinwohl-Ökonomie – es hat mich begeistert.

Im Wikipedia-Artikel über Christian Felber steht neben den Eckpunkten seines Wirkens auch eine Sektion „Kritik“, in der teilweise harte Worte fallen. Das überrascht kaum – Angst und Negation gehören zum Veränderungsprozess, und Ablehnung liegt in der Natur des Menschen. Die Geschichte lehrt uns dennoch Hoffnung – Ideen, die nicht (langfristig) haltbar sind, sterben zwangsmäßig – eben weil sie nicht haltbar sind.

Ein weiteres Element der Gemeinwohl-Ökonomie hätte ein gemeinwohlorientiertes Bankwesen sein sollen. Das Projekt „Bank für Gemeinwohl“ bemühte sich um die Gründung einer demokratischen Genossenschaftsbank, die soziale, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Entwicklung ermöglichen soll. Dies wurde von der österreichsche FMA vereitelt.

Meinwohl = GeMeinwohl

Das Gemeinwohl der Menschen und die Gemeinschaft der Lebewesen haben oberste Priorität, denn das Wohlergehen des Individuums ist nur im Rahmen des Wohls Aller sowie einer intakten Ökosphäre möglich.

So schrieben Anna-Lisa Schmalz und ich in 2011 gleich als zweiter Punkt in unserem Vorschlag für ein Manifest für Regionale Wirtschaftsgemeinschaften. Der Satz steht auch am Ende meines Artikels Gemeinschaftlich Wirtschaften in der Zeitschrift OYA, Ausgabe 17/2012.

  • Wenn wenige Menschen immer mehr haben und die meisten immer weniger, so führt dies zu sozialen Unruhen.
  • Die Menschheit steht am Ende einer Nahrungskette – geht es den Pflanzen oder Tieren schlecht, hungern wir.
  • Das Wohl aller Menschen schließt deren materiellem Wohlergehen ein – was bei über 7 Milliarden Menschen, Tendenz steigend, einen äußerst wertschätzenden und genügsamen Umgang mit allen Lebewesen und Resourcen erfordert.
Mein Weg zur Gemeinwohl-Ökonomie

Ende 2003 zog ich nach Dachau und befasste mich in den folgenden Jahren intensiv mit den diversen Herausforderungen, für die die Menschheit dringend Lösungen benötigt. Dies führte mich zunächst in ein psychisches Tal der Hoffnungslosigkeit: Probleme lassen sich leicht erkennen, werden aber gerne verdrängt – und konkretes Handeln wird aufgeschoben bzw. nur zaghaft angepackt.

Logo Regionale WirtschaftsgemeinschaftenIch beschloss selber zu handeln! Als erstes schuf ich eine eigene Website zum Gemeinwohl, dann engagierte ich mich für die regionale Währung Amper-Taler. Im Laufe der Zeit erwies sich die ehrenamtliche Arbeit als nicht nachhaltig im Sinne der Selbstausbeutung. So half ich meiner damaligen Frau Anna-Lisa Schmalz bei der Erstellung des Konzepts Regionale Wirtschaftsgemeinschaften. Anschließend war ich bei der Konzept-Umsetzung in der ReWiG München e.G. aktiv. Danach setzte ich ein weiteres Konzept für eine gemeinwohlorientierte Suchmaschine in die Welt. Alle genannten Initiativen sind inzwischen eingegangen.

Ein investierendes Mitglied der ReWiG München ist Roland Wiedemeyer, der im Allgäu lebt. Roland ist sehr aktiv in der Gemeinwohl-Ökonomie – seine Begeisterung war ansteckend…